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An einem sonnigen Sonntagabend
strömten ca. 850 Fans in das Offenbacher Capitol, eine ehemalige
jüdische Synagoge. Während einige Leute schon mit Ultravox
T-Shirts ausgerüstet waren, kam der Großteil der Zuschauer wohl
eher aus Neugierde auf die „80-er Jahre Kultband“. Laut einem
Mitarbeiter des Veranstalters war das Konzert praktisch
ausverkauft, es gab nur noch einige Stehplatzkarten an der
Abendkasse. Das Meet & Greet fand in einem kleinen Ballsaal statt, eine sehr
schöne Location wenn man an das „Hinterzimmer“ vom Duisburger
Konzert letztes Jahr denkt. Midge, Billy, Chris und Warren waren
wieder extrem entspannt, nachdem das Münchner Konzert vom
Vorabend wohl sehr gut verlaufen war (O-Ton Midge: Yeah, it was
fantastic!).
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Warren schaute noch etwas müde drein, als alter
Lang-Langschläfer war es für ihn wohl noch früh am Tag :-) Billy
als Gentleman alter Schule begrüßte jeden Fan mit Handschlag,
was den ein oder anderen doch etwas verblüffte. Ich fragte Midge
bei einem kurzen Gespräch, was es denn mit der neuen Auflage
seiner Bio auf sich hat, die laut Amazon.co.uk im September
erscheint. Midge hat selbst kein neues Kapitel geschrieben und
es hätte ihn auch niemand gefragt, er war genauso erstaunt, als
er das erste Mal davon gehört hatte.
„MITRAS“ als Support spielte noch vor einem fast leeren Saal,
erst kurz vor dem Erscheinen unserer Helden war der Saal
gefüllt. Bei „New Europeans“ herrschte noch eine ehrfurchtsvolle
Stille im Saal, die aber nach dem ersten Song schnell von
tosendem Applaus abgelöst wurde.
Der Hesse an sich ist ja etwas zurückhaltender, deswegen dauerte
es auch die ersten 2-3 Songs, bis die ersten Zuschauer von den
Sitzen aufstanden und schließlich sich auch einige Leute nach
vorne an den Bühnenrand trauten. Dann war der Funken aber
endgültig übergesprungen und es wurde gesungen und getanzt.
Die „obligatorischen“ technischen Probleme am Anfang des
Konzerts waren auch wieder dabei, Billy's Techniker musste
wieder ein Problem mit dem kleinen Keyboard lösen und Midge
forderte mehr Power vom Soundboard-Techniker, ob für seine
Gitarre oder sein Mikro konnte man an seiner Gestik nicht genau
erkennen.
Warren sorgte während des Konzerts noch für kurze Verwirrung bei
seinen Bandkollegen, als er seinen Drumcomputer für „White
China“ anwarf, obwohl der Song noch gar nicht dran war. Hätte
das früher vielleicht noch zu heftigen Differenzen innerhalb der
Band geführt, lachten sich Chris und Midge diesmal schlapp und
auch Warren hatte nach seinem Fauxpas ein breites Grinsen im
Gesicht. Die Herren sind halt älter und weiser geworden...
Für mich war es jetzt das 3. Konzert nach London und Duisburg,
Bochum steht noch an. Ich kann und will nicht glauben, dass dann
Schluss sein soll. Ich hoffe die Jungs bekommen schnell wieder
Sehnsucht nach der Bühne und legen Ultravox nicht zu lange „auf
Eis“, das schmilzt ja heutzutage wesentlich schneller durch die
Klimaerwärmung. Please come back soon!!! |