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natürlich den Postern zu
jedem Album und zur Tour gab
es allerlei mitunter kuriose
Devotionalien vom USB- Stick
über die Laptoptasche und
die Einkaufstasche, sowie
Kaffeetasse und Anstecker
und Anhänger bis hin zum
mein persönliches
Lieblingsstück- Malerkittel
für das Schulkind in
schickem dunkelblau mit dem
Pferdemotiv von RIE. Ich
habe auch einige Kinder mit
Tour T-shirt gesehen -
sieht wirklich zum Knuddeln
aus, aber so manche Familie
schien an einem Abend 150
Pfund liegen zu lassen.
Diese Stände waren auch
immer voll umlagert, die
T-shirts wurden
umzugskartonsweise
angeschleppt und in
Bournemouth war dann auch
schon eine Größe
ausverkauft.
Zu dumm
dass die Artikel dann auch
noch durchgehend hochwertig
und schön gemacht waren,
kein Wunder dass kaum jemand
widerstehen konnte. Ein
Plakat mit dem RIE- Logo
wollte ich schon lange
haben, und so einen schönen
Golddruck kann man sich
nicht selber ausdrucken.
Also war auch ich für den
Rest der Reise mit einer
Rolle unterm Arm unterwegs,
erstaunlich genug, dass ich
sie tatsächlich unbeschadet
nachhause gebracht habe.
Mein
Highlight.
Was ich vor allem erfahren
habe auf dieser Tour war,
dass sich immer alles ganz
schnell ändern kann. Nachdem
Susi nicht mitfahren konnte
hatte ich nicht nur eine
umständlich Reise vor mir
sondern auch drei Tickets zu
verkaufen. Der Zufall wollte
es dass ich in Brighton
nicht nur zwei der Tickets
verkaufen konnte sondern
auch für die nächsten zwei
Tage Begleitung hatte. Mein
Käufer erwies sich als
schwedischer Geschäftsmann,
der regelrecht aus dem Büro
weggelaufen war um Ultravox
zu sehen.
Er hatte die Idee den
Merchandise- Mann zu
bequatschen, ggf zu
bestechen, ihm Autogramme
der Band zu besorgen. Ich
erklärte dass mir nichts
liegt an einem Autogramm das
ich nicht selber bekommen
hatte. Dass ich Midge schon
mehrmals getroffen hatte
fand er unglaublich,
spätestens als ich ihm sagen
konnte welches Midges Auto
ist und Dave meinen Namen
wusste war er völlig am Ende
das fand ich natürlich
amüsant.
Er blieb aber bei seinem
Plan und hat den Verkäufer
Fred so lange genervt bis
der versprochen hat zu tun
was er kann.. In Hammersmith
schließlich haben wir Fred
vor der Halle getroffen.
Dieser meinte er hätte
leider kein Autogramm, aber
mit einem versteckten
Grinsen: zwei Pässe für die
Aftershow- Party.
Das hab auch ich erst
geglaubt als ich den
Aufkleber auf meinem T-Shirt
hatte.
Wir sollten uns also nach
dem Auftritt auf der Empore
direkt über der
Eingangshalle einfinden:
wahrscheinlich auch ein
Grund warum die Bar so
schnell geleert wurde.
So versammelten sich
schließlich in diesem oberen
Barbereich (wenigstens waren
die Preise hier nicht höher
als unten) etwa 40 Leute,
die wenigsten davon hatten
Aufkleber wie wir. Die
überwiegende Zahl der Gäste
hatte einen Acess-all-areas-
Pass umhängen und darunter
eine Handvoll Kinder, die
dann im ganzen Haus
herumtobten- und schienen
irgendwie zur Familie zu
gehören. Nach einiger Zeit
erschien Warren, der wie mir
erzählt wurde der security
seinen Ausweis zeigen
musste, anscheinend hat man
ihn nicht erkannt. Verdammt
peinlich falls das stimmt.
Es hat sich sofort jemand
auf ihn gestürzt und um ein
Foto gebeten, das war das
einzige Bild das an dem
Abend gemacht wurde. Deshalb
hab auch ich nicht geknipst
– nicht zuletzt auch weil
ich mir keinen Ärger
einhandeln wollte, falls ich
Bilder von
Familienangehörigen
veröffentlicht hätte. Mit
einem gleichmäßig höflichen
Lächeln hat er alle
Autogrammwünsche erfüllt und
auf meine Frage nach einer
Deutschland-Tour meinte er
nur, nach Berlin würde er
gerne mal wieder kommen.
Kurz darauf erschien Billy
und dann auch bald Chris,
und hätte Midge nicht dieses
knallrote Hemd mit
Fußballkaro (darüber wurde
sogar schon auf Youtube
gelästert) getragen, hätte
ich ihn glatt übersehen. An
Midge war nicht wirklich
heranzukommen. Kaum hatte er
zwei Autogramme geschrieben,
wurde er von seiner Frau in
Beschlag genommen und am
hinteren Ende des Raums mit
allerlei Leuten bekannt
gemacht.
Wir stellten uns also brav
in der Nähe von Billy auf
und wurden von einem
entzückenden englischen
Teenie-Mädchen angesprochen.
Noch stinknormaler englisch
konnte sie kaum sein:
türkisfarbene Leggings,
leogemustertes Shirt ,
bisschen mollig und
zahngespangt war sie
beschäftigt für andere Leute
Autogramme einzusammeln.
So sprach sie
uns an: You want an
autograph from my dad? Who
is your dad?
Da zeigte sie
auf Billy und auf die Frage
Proud?“, antwortete sie mit
einem Strahlen „Yes!“
Während wir noch überlegten
ob wir das ernst nehmen
sollten, hat sie wohl schon
Dad informiert, dass es
Arbeit gibt, denn als wir an
der Reihe waren sagte er
sofort: „My daughter told
me you come from Sweden..“
Darüber dass ich aus
Deutschland komme hat er nur
kurz gestutzt und die
Antwort auf meine Bitte die
Show doch nach Berlin oder
Köln ( oder, oder..) zu
bringen klang schon
wesentlich verbindlicher als
bei Warren: „Yes, maybe on
some European dates“
Chris war
mindestens so lässig wie auf
der Bühne, wo ich herkomme
wollte er genau wissen. Ich
konnte doch nicht ahnen,
dass er Augsburg kennt
J
. Interessant fand ich dass
sich die Autogramme von ihm
nicht gleichen, irgendwie
sieht jedes anders aus. (aus
der Übung?)
Als Midge sich wieder zu den
Leuten gesellte war er schon
auf dem Sprung „Left the
kids at home..“ er hat dann
gerade noch die
Autogrammwünsche erfüllt und
ist verschwunden. Selbst
wenn er mich angesehen
hätte, hätte er mich
bestimmt nicht erkannt,
immerhin hat er profimäßig
alle Widmungen geschrieben.
Insgesamt haben wir die
meiste Zeit damit verbacht
am Rande zu sitzen und die
Szene zu beobachten, und uns
mit den anderen
Zaungästen zu
unterhalten: so haben wir
z.B. noch einen Fan aus
Canada kennengelernt der
auch noch ein Ticket für die
abgesagte Lament-
Nordamerika-Tour hatte
(passend zum Ticket für die
abgesagte Skandinavien-
Tour) Der eine oder andere
Gast schien auch seit Visage
seinen Stil nicht geändert
zu haben, hier war z.T. noch
viel Kajal und Haarspray im
Spiel.
Uns wurde auch noch die Frau
von Billy gezeigt und im
direkten Vergleich zu der
Wichtigtuerei von Sheridan
war keine Frage wer
sympathischer ist.
Die Frau, von der wir
annehmen dass sie zu Warren
gehört, war fast hollywood-
tauglich. Zu ihrer blonden
Mähne trug sie ein irgendwie
goldglänzendes Kleid in
A-Linie, das einfach nur
kurz war. Kein Thema bei
diesen makellosen Beinen,
die passenden Schuhe dazu
waren so hoch, dass sie
zwangsläufig die ganze Zeit
auf einem Fleck stehen
blieb. Verblüffend daran,
dass sie einen wirklich
netten Eindruck machte.
Für kurze Zeit schaute Dave
vorbei, fragte mich wie ich
denn da hineingekommen war.
Ich zeigte Ihm nur meinen
Pass und meinte „I sneaked
in again..“ Da grinste er
nur: na dann, darfst Du ja
auch hier sein..
Besonders schön an der Sache
fand ich welche Freude der
Merchandise- Verkäufer daran
hatte uns diesen Gefallen zu
tun, und zu sehen welche
kindliche Freude mein
(offensichtlich finanziell
verwöhnter) Bekannter hatte
an einem Erlebnis, das man
nicht für Geld kaufen kann.
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